Der Heckenpflanzen-Blog

Muss man im Winter gießen?

Ist das Gießen im Winter wichtig?

Frostschaden an Kirschlorbeer und Thuja vorbeugen. Wie schütze ich meine Pflanzen? Ist das Gießen im Winter wichtig? Oder soll man eher nicht gießen im Winter?

Nach langer Zeit stieß ich neulich (während eines kräftigen Rückschnitts großer Kirschlorbeersträucher in meinem eigenen Garten...) auf das untenstehende Holzschild mit einem schönen deutschen Wandspruch. Dieses witzige Schild habe ich vor etwa 20 Jahren auf einem Flohmarkt gekauft. Mit giessen im Winter hat es zwar nichts zu tun, aber trotzdem möchte ich Ihnen dieses Schild nicht vorenthalten.

Aber jetzt im Ernst. Beim Thema Gießen gibt es ziemlich große Unterschiede zwischen den verschiedenen Heckenpflanzen und deswegen teilen wir die verschiedenen Sorten mal auf.

Koniferen wie Thuja und andere Lebensbäume im Winter gießen
Bei den meisten Koniferen ist das Gießen im Winter kein wichtiges Thema. Vor allem nicht wenn der Herbst feucht genügend war.

Die meisten Thujen haben im Sommer viel mehr auszuhalten als im Winter. Bei längeren Frostperioden, kann an frostfreien Tagen ein bisschen gegossen werden. Das wird sicher gut sein, aber man darf es auch nicht übertreiben. Das Übertreiben beim Gießen kann bei den Koniferen nämlich ganz einfach geschehen. Vor allem bei Kleiboden, der das Wasser nur äußerst langsam durchlässt. Im frühen Frühjahr ist das Gießen am wichtigsten. So war im Frühjahr 2017 (während Ostern) im Osten der Niederlande und im ganz Deutschland, in großem Umfang Frostschäden an Thujen aufgetreten. Sogar an, laut der Theorie, extrem frostbeständigen Sorten wie die Thuja Smaragd. Die Ursache war ein plötzlich auftretender strenger Frost nach einem warmen Wetterperiode. Durch die Wärme waren die Pflanzen neu ausgetrieben. Dieser frische Neuaustrieb ist damals erfroren. Das war, fast ein Jahr später noch immer die betroffenen Pflanzen anzusehen! Wo die Pflanzen vorher gut bewässert worden waren, war der Schaden deutlich geringer. 

Beiseite: Zu häufiges Gießen macht Eiben kahl und empfindlich.

Taxus (Eibe) im Winter gießen
Der Taxus baccata kann das Winterwetter eigentlich sehr gut vertragen. Er kann nahezu nicht erfrieren. Es gibt Baumschulen die ihren Taxus sogar nur mitten im Winter schneiden, und das will etwas heißen. Das machen diese Baumschulen (teilweise), weil das Schneiden immer Ungeziefer und Schädlinge anzieht und im Winter gibt es davon keine. Aber dies nur nebenbei. Folgendes ist für den Taxus sehr wichtig und insbesondere für Taxuspflanzen die vor weniger als einem Jahr, und bestimmt für die Taxus die vor weniger als einem halben Jahr, gepflanzt worden sind:

Im Frühjahr haben die Taxus einen höheren Wasserbedarf. Die Taxus wollen dann austreiben und geraten gewiss in Schwierigkeiten wenn sie nicht genug Wasser aufnehmen können. Bekommen sie zu wenig Wasser, dann werden erst die Nadeln die rundherum um den Stamm wachsen, gelb verfärben. Wenn der Wassermangel anhält, werden die Taxus schlecht aussehen und können letztendlich sogar sterben. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Taxuspflanzen durch den Wassermangel in einem bestimmten Moment ziemlich schlecht aussehen können, aber trotzdem noch nicht kaputt gehen. Bewässern Sie die Taxus, dann können Sie oft doch noch sehr schnell eine Verbesserung wahrnehmen und sind die Pflanzen noch zu retten.

Das Gegenteil gilt für Taxus die zu nass gestanden haben. Wenn diese schlecht aussehen, sind sie oft nicht mehr zu retten weil die Wurzeln abgestorben sind. Dieses auch nur nebenbei, da das nichts mit dem Gießen im Winter zu tun hat.

Kirschlorbeer (Prunus) im Winter Gießen
Für die immergrünen Laubgehölze, wie Kirschlorbeere, kann der Winter eine schwere Zeit sein. Diese können im Winter und im frühen Frühjahr in großen Schwierigkeiten geraten, wenn kein aufnehmbares Wasser vorhanden ist (Schnee und Eis sind nicht aufnehmbar). Dieses Problem tritt vor allem dann auf, wenn es noch etwas Bodenfrost gibt und die Sonne schon herrlich scheint. Mit etwas Wind dazu wird es noch schlimmer. Dann verliert die Pflanze über die Blätter viel Wasser durch Verdunstung. Das Wurzelsystem kann das verlorene Wasser nicht aus einem trockenen oder gefrorenen Boden auffüllen.


Der Kirschlorbeer Caucasica, eine Art Kirschlorbeer, der nur gering anfällig ist für Mehltau, Schrotschusskrankheit und vergleichbare Schimmel- und Bakterieinfektionen.


Dann entsteht der Frostschaden, so nennen wir das, aber im Grunde ist es eine Austrocknung. Im Winter ist es daher empfehlenswert den Bodem, vor allem unter immergrünen Laubgehölzen (wie Kirschlorbeer), feucht zu halten. Das muss jedoch selbstverständlich nicht übertreiben werden. Die Pflanzen verdunsten im Winter nicht so viel Wasser wie im Sommer und zu viel Wasser kann auch beim Kirschlorbeer sogar zu Wurzelfäule führen, doch das passiert beim Kirschlorbeer nicht so schnell als bei dem Taxus und der Thuja. Die Kirschlorbeere können nämlich ziemlich viel Wasser vertragen, das gilt sicher für den Portugiesischen Kirschlorbeer, wissen wir mittlerweile aus Erfahrung. Oft sind es die erst neulich gepflanzten Kirschlorbeere, an denen anscheinend am wenigsten Frostschaden auftritt. Das entspricht eigentlich nicht der viel gehörten Theorie, dass man Kirschlorbeer am besten nicht im Spätjahr pflanzen kann. Doch unsere Erfahrungen zeigen, dass erst neulich gepflanzte Kirschlorbeere durch das Umpflanzen so stark in ihrem Wachstum gebremst werden, dass sie weniger anfällig für Frostschaden geworden sind, der nach zwischenliegenden warmen Wetterperioden im Winter oft auftritt.

So wollen Sie nicht dass Ihre Kirschlorbeer nach dem Winter ausschauen...

Zum Schluss
Kurz zusammengefasst, ist es also gar nicht so schlecht um zwischen den Frostperioden an frostfreien Tagen ein wenig zu gießen. Die immergrünen Laubgehölzen müssen dabei etwas mehr gegossen werden als der Taxus und die Koniferen.

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